Titelverteidiger und Weltmeister im HYLO-Finale

Zahlreiche Dreisatz-Krimis am Halbfinal-Tag bei den HYLO Open 2026. In Saarbrücken kämpfen am Sonntag sechs Nationen in fünf Disziplinen um den Titel.

Drei Sätze, 82 Minuten, vier abgewehrte Matchbälle: Den emotionalsten Finaleinzug feierte Line Kjaersfeldt. Die Dänin rang die WM-Dritte Pornpawee Chochuwong aus Thailand in einem echten Thriller nieder – 8:21, 21:19, 28:26. Im Interview in der TV-Sendung „HYLO Live“ sagte Kjaersfeldt: „Meine Beine zittern immer noch. Es war verrückt. Ich habe einen schlechten Start ins Match erwischt und dann versucht, einfach durchzuziehen. Das hat sich zum Glück ausgezahlt.“

Im Finale am Sonntag trifft sie auf die ehemalige Weltmeisterin PV Sindhu. Die Inderin setzte sich gegen ihre Landsfrau Anmol Khard durch (21:13, 21:16). Nach einer Top-Woche bei den French Open (Dreisatz-Finalniederlage gegen An Se Young) steht die Weltranglistenachte im zweiten Endspiel in Folge. Sie sagte: „Gerade läuft es einfach gut. Ich bin sehr dankbar für mein Team, das dafür sorgt, dass ich immer fit bin.“ 2024 trainierte Sindhu in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris mehrere Wochen in Saarbrücken. Sie kennt das Umfeld, die Stadt, die Halle. „Es ist ein schönes Gefühl, wieder hier zu sein“, sagte sie.

Ausgebreitete Arme, Blick Richtung Hallendecke: Den ikonischsten Jubel zauberte Jesper Toft auf den Court. Gemeinsam mit seiner neuen Mixed-Partnerin Amalie Kudsk (das Duo spielt erst das vierte Turnier gemeinsam) sicherte sich Toft den Finaleinzug in einem super engen Spiel gegen die Indonesier Amri Syahnawi und Nita Marwah (21:23, 21:12, 22:20). Toft über seinen Jubel: „Ich habe zwar Amelie nicht angeschaut, aber die ganzen Zuschauer mitgenommen. Ich bin total emotional und stolz auf das, was wir erreicht haben.“ Im inner-europäischen Finale am Sonntag geht es gegen die französischen Weltmeister Thom Gicquel und Delphine Delrue (22:20, 16:21, 21:17 gegen die Malaien Hoo und Lai).

Mission Titelverteidigung für Jonatan Christie. Der Indonesier triumphierte im Vorjahr in Saarbrücken und sicherte sich jetzt erneut den Finaleinzug – auf eine Art und Weise, die er sich anders gewünscht hätte. Im zweiten Halbfinal-Satz musste sein Gegner Anders Antonsen verletzungsbedingt aufgeben. Sein Finalgegner: Lakshya Sen, der das Turnier in Saarbrücken 2019 gewann. Der Inder setzte sich in zwei Sätzen gegen Toma Popov durch (21:17, 21:13). Sen sagte: „Ich kenne Toma sehr gut, wir haben schon oft gegeneinander gespielt. Ich habe mich gut auf das Spiel eingestellt.“

Titelanlauf Nummer 2 für Hsu Yin-Hui und Lin Jhih Yun. Die beiden top-gesetzten Damen aus Taiwan spielten sich im vergangenen Jahr mit ihrer Vorliebe für Dönerboxen in die Herzen der Saarbrücker Fans. Damals verloren die Taiwanesinnen im Finale, dieses Jahr soll der Titel her. Nach dem klaren Zweisatzsieg gegen die US-Amerikanerinnen Lauren Lam und Allison Lee (21:16, 21:15) treffen Hsu und Lin am Sonntag auf die Küspert-Lohau-Bezwingerinnen Amallia Pratiwi und Siti Ramadhanti. Die Indonesierinnen setzten sich im Halbfinale gegen die Stoeva-Schwestern durch (21:16, 24:22).

Als hätte der Halbfinal-Tag nicht schon genügend Dreisatz-Krimis produziert, gingen auch beide Herren-Doppel über die volle Distanz. Mit dem besseren Ende für Ben Lane und Sean Vendy (21:13, 18:21, 21:16 gegen Julien Maio und William Villeger) sowie Rasmus Kjaer und Christian Faust Kjaer (18:21, 21:15, 21:18 gegen Aaron Tai und Yap Roy King).
Weitere Informationen und Tickets unter: www.hylo-open.de

Fotos: Sven Heise | Text: Tom Kuehner

Zu sehen: Die Mixed-Weltmeister Thom Gicquel und Delphine Delrue aus Frankreich.