Marvin Seidel, Thuc Nguyen, Stine Küspert und Isabel Lohau halten die deutsche Fahne in Saarbrücken hoch. Yvonne Li scheiterte überraschend schon in der ersten Runde.
Seidel und Nguyen wankten kurz, aber sie fielen nicht. Den ersten Satz im deutsch-deutschen Erstrundenduell gegen Jan Völker und Emma Moszczynski gab das auf Platz 8 gesetzte Mixed noch knapp ab (20:22). Nguyen sagte: „Wir haben ab dem zweiten Satz versucht, die Lücken besser zu finden, statt einfach hart zu schlagen. Das war aus unserer Sicht der Wendepunkt im Spiel.“ Weil es funktionierte: 21:16 und 21:13 holten Seidel/Nguyen den zweiten und den dritten Satz – und damit den Platz im Achtelfinale.
Seidel sagte: „Nervosität ist bei einem Spiel vor heimischem Publikum gegen Trainingskollegen normal. Wir wussten schon in den Tagen zuvor, dass das Duell unangenehm werden kann. Cool war aus deutscher Sicht natürlich, dass auf jeden Fall ein deutsches Paar weiterkommt, aber man will eben selbst als Sieger vom Platz gehen und hat keine Lust, gegen Trainingskollegen zu verlieren.“
Schon am Dienstag hatten Stine Küspert und Isabel Lohau ihr Achtelfinal-Ticket gebucht. Nach dem erfolgreichen Matchball gegen die Weltranglistensechsten Rachel Rose und Febi Setianingrum aus Indonesien warf Küspert ihren Schläger weg, umarmte Lohau sekundenlang. Und rang nach dem Spiel mit den Worten. „Ich bin unfassbar stolz auf uns“, sagte sie nach dem nervenaufreibenden Zweisatzsieg (21:14, 21:19).
Lohau sagte: „Bei der Auslosung haben wir gedacht, das hätte besser sein können. Wir wollten mal eine Top-Ten-Paarung herausfordern, haben noch nie zusammen gegen eine gespielt. Wir haben alles reingeschmissen.“ Und das mit Erfolg. Am Donnerstag geht es für Küspert und Lohau im Achtelfinale gegen die Däninnen Kathrine Vang und Mette Werge weiter.
Ausgeschieden ist dagegen Yvonne Li. Die sichtlich enttäuschte deutsche Einzel-Meisterin unterlag der Französin Rosa Pancasari in drei engen Sätzen (21:13, 18:21, 19:21). Auch für die zweite deutsche Einzel-Dame, Miranda Wilson, war in der ersten Runde Schluss – 19:21, 9:21 gegen Isharani Baruah aus Indien.
So wie für drei weitere gemischte Doppel. Patrick und Franziska Volkmann lieferten sich einen spannenden Dreisatz-Kampf mit den Indonesiern Dejan Ferdinansyah und Felisha Pararibu (14:21, 21:19, 16:21). „Das hat viel Spaß gemacht, das war eines unserer besten Spiele zuletzt“, sagte Patrick Volkmann. Simon Krax und Amelie Lehmann unterlagen den Dänen Jeppe Søby und Sofie Røjkjaer (14:21, 21:23). David Eckerlin und Mareike Kelch verloren gegen Chang und Ng, das an Position 7 gesetzte Duo aus Hong Kong (15:21, 14:21).
Drei deutsche Herren-Doppel gingen bei den HYLO Open an den Start – und alle drei scheiterten in der ersten Runde. An der Sensation schnupperten Jonathan Dresp und Simon Krax. Das Duo gewann den ersten Satz gegen die starken Indonesier Raymond Indra und Nikolaus Joaquin, musste sich am Ende aber in drei Durchgängen geschlagen geben (21:17, 15:21, 15:21). „Wir sind zufrieden mit der Leistung. Und trotzdem ist es schade, weil mehr drin war“, sagte Dresp.
Malik Bourakkadi und Kenneth Neumann schieden gegen Aaron Tai und Yap Roy King aus Malaysia aus (11:21, 12:21). Bjarne Geiss und Jones Jansen zogen gegen die erfahrenen Dänen Kim Astrup und Anders Skaarup Rasmussen den Kürzeren (16:21, 12:21). Jansen sagte: „Wir hatten viel Respekt und konnten unser bestes Spiel nicht abrufen. Es hakt ein bisschen, das ist natürlich enttäuschend.“
Weitere Informationen und Tickets unter: www.hylo-open.de
Foto: Khue Ngo | Text: Tom Kuehner