Zwei Spiele mit deutscher Beteiligung – und zwei so wichtige Siege. Bei den HYLO Open 2026 presented by VICTOR ziehen sowohl Marvin Seidel und Thuc Nguyen als auch Stine Küspert und Isabel Lohau ins Viertelfinale ein.
Die Erleichterung bei Seidel und Nguyen war spürbar. 21:17, 22:20 gegen die Dänen Rasmus Espersen und Anna-Sofie Nielsen. Der dritte Matchball saß – und gerade Seidels Jubelschrei war laut. Nach dem Spiel sagte er: „Es war schwer für uns und für mich vor allen Dingen. Es war ein langer Tag, eine lange Vorbereitung, von daher wusste ich, dass es eine schwere Aufgabe werden würde. Es war keines unserer besten Spiele und solche Dinger zu gewinnen, ist besonders gut.“ Und Nguyen: „Die Dänen haben echt gut gespielt und ganz viel zurückbekommen. Aber wir haben gut dagegengehalten – und mussten auch nur zwei Punkte mehr machen als sie.“
Jetzt steht das Mixed beim Heim-Turnier im Viertelfinale – das im Vorfeld erklärte Ziel. Die nächsten Gegner: die französischen Weltmeister Thom Gicquel und Delphine Delrue. So kommt es zur Wiederauflage des Vorjahres-Viertelfinals. Seidel erinnert sich: „Wir wollen es besser machen gegen Thom und Delphine. Sie haben uns letztes Jahr ganz schön aus der Halle geschossen.“ 11:21, 13:21 schieden die Deutschen damals aus – und schielen auf die Revanche.
Auf Wiedergutmachung hofften auch die Däninnen Kathrin Vang und Mette Werge. Revanche für die Viertelfinal-Niederlage bei den Dutch Open vor vier Wochen gegen Stine Küspert und Isabel Lohau. Aber nicht mit den Deutschen, die ihren Lauf bei den HYLO Open einfach fortsetzten. Zwei klare Sätze, 21:13, 21:9 und damit ab ins Viertelfinale.
Lohau sagte: „Es lief sehr viel rund. Wir waren sehr gut vorbereitet, wir haben vor ein paar Wochen gegen die beiden gespielt, haben uns das Spiel nochmal sehr genau angeschaut und die richtigen Schlüsse gezogen.“ Und Küspert meinte: „Es hat richtig viel Spaß gemacht. Auch, dass wir unser Niveau vom Dienstag zeigen konnten.“ Da setzten sich Küspert und Lohau überragend gegen die Weltranglisten-Sechsten Rachel Rose und Febi Setianingrum aus Indonesien durch. „So souverän und gut zu spielen, das nochmal so hinzubekommen, das war cool“, sagte Küspert.
Am Freitag trifft das deutsche Damen-Doppel erneut auf zwei Indonesierinnen. Amallia Pratiwi und Siti Ramadhanti stehen in der Weltrangliste auf Platz 12, haben in Saarbrücken Setzplatz 5 inne. Lohau blickt auf das Spiel voraus: „Das Selbstbewusstsein mitnehmen, neuer Tag, neues Spiel, neue Gegner, es wird sicher nicht leichter.“
Der Interview-Preis des Tages ging an Kalle Koljonen. Der Finne war zu Gast in der Sendung „HYLO live“ und plauderte aus dem Nähkästchen. Über seine Doping-Kontrolle nach seinem Erstrundensieg am Mittwoch: „Ich war erst um Mitternacht aus der Halle raus. Es hatte nur noch ein Restaurant offen – da habe ich ein großes Big-Mac-Menü gegessen.“ Über die Folgen seiner Doping-Kontrolle: „Ich musste die ganze Nacht pinkeln und habe wenig geschlafen.“ Das alles hielt den Finnen im Achtelfinale nicht auf, nach dem Sieg gegen den Kroaten Aria Dinata (21:11, 21:13) steht er im Viertelfinale gegen den Inder Lakshya Sen.
Weitere Informationen und Tickets unter: www.hylo-open.de
Foto: Sven Heise | Text: Tom Kuehner