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SG Dossenheim / Neckargemünd besiegt Tabellenführer

Obwohl sie nicht in Bestbesetzung antreten konnten kamen die Schwaben von der SG Schorndorf mit breiter Brust und dem Selbstvertrauen des bisher noch ungeschlagenen Tabellenführers in die Dossenheimer Jahnhalle.

von Reinhard Nolze, TSG Dossenheim

03.11.14. Obwohl sie nicht in Bestbesetzung antreten konnten kamen die Schwaben von der SG Schorndorf mit breiter Brust und dem Selbstvertrauen des bisher noch ungeschlagenen Tabellenführers in die Dossenheimer Jahnhalle. Trotz des sehr freundschaftlichen Verhältnisses der Mannschaften war ein deutliches Knistern in der Jahnhalle zu spüren, denn dieses inzwischen traditionelle Aufeinandertreffen will keiner verlieren. Doch schon in den beiden Herren Doppeln setzten die Hausherren um Mannschaftsführer Nils Feldmeyer ein deutliches Zeichen. Das erste gegen Faust/Geisenhofer ging sogar deutlich an die heimische SG Paarung Feldmeyer/Erben (21:8/21:17), dass zweite Doppel Schade/Beutel gegen Wahl/Haag erst nach umkämpften drei Sätzen (17:21/21:15/21:12) an die Heimmannschaft. Gleichzeitig verloren aber Steffi Arns/Karin Kieffer ihr Damen Doppel gegen die Schorndorferinnen Kerstin Wagner/Nadine Kuhnert. Vorendscheidend für den weitern Verlauf der Begegnung sollte das nachfolgende 1. Herren Einzel werden. Alan Erben – der vorher von seiner Mannschaft nachträglich ein Geschenk zu seinem 18. Geburtstag überreicht bekam – traf erstmals auf den Schorndorfer Neuzugang Philipp Faust, der aus dem bayrischen Aschaffenburg zur neuen Saison gekommen war. Beide lieferten sich ein mitreißendes Spiel auf sehr hohem Niveau und boten dabei alles, was Badminton für die Zuschauer attraktiv macht. Am Ende konnte sich Alan Erben dann doch mit 21:17/21:17 durchsetzen. Zwei Spiele gaben die Dossenheim noch ab. Im Mixed mussten sich Feldmeyer/Kieffer nach heftigster Gegenwehr geschlagen geben (17:21/23:25). Ein bemerkenswertes Spiel lieferten sich Steffi Arns und Miranda Wilson im Damen Einzel. Der Dossenheimer Abteilungsleiter Dett Nolze hatte bei der Begrüßung der Mannschaften die 14 jährige Schorndorferin als seines Erachtens nach aktuell größtes Talent im deutschen Badmintonsport vorgestellt und auf Ihre jüngsten Erfolge hingewiesen. Miranda spielte nach anfänglicher Nervosität auch – das muss man gerne anerkennen – großartig auf und konnte am Ende den Platz als Siegerin verlassen. Stefanie Arns hatte sicherlich dabei auch nach eigener Einschätzung nicht ihren besten Tag erwischt – vielleicht sieht man sich zur Rückrunde wieder, das könnte dann sehr interessant werden. Die ausstehenden Herren Einzel gingen dann relativ sicher an die Hausherren. Konrad Schade bezwang Andreas Geisenhofer 21:12/21:16, danach konnte sich auch Chris Beutel gegen Yannik Haag mit 21:9/21:16 durchsetzen und den Endstand von 5:3 besiegeln.

Ohne Samstag Spiel in den Gliedern und somit ausgeruht betrat am nächsten Morgen die Mannschaft der SG Metzingen/Tübingen die Jahnhalle. Auch hier war der Ausgang der Begegnung völlig offen, und beide Mannschaften zeigten eine mitreißende und teilweise dramatische Begegnung mit größtem Unterhaltungswert für die Zuschauer, die wirklich alles geboten bekamen. So gingen fünf der acht Spiele in den 3. Satz, die Gesamtspielzeit betrug am Ende über vier Stunden. Beide Herren Doppel gingen zum Auftakt an die Gäste. David und Simon Kramer bezwangen Feldmeyer/Erben (14:21/21:15/13:21), später behielten auch Joselal/Nuß die Oberhand gegen Schade/Beutel (16:21/21:15/18:21). Erstaunliches aber ereignete sich auf Platz 2 im Damendoppel. Zollbeamtin Stefanie Arns konnte aus dienstlichen Gründen nicht antreten. So entschied man sich bei der Heimmannschaft aus taktischen Gründen das Damendoppel der 2. Mannschaft (Badenliga) Simone Fulle/Lieselot De Bleekere gegen die renommierte Paarung Corinna Lux/Janina Burkhardt zu stellen, um Karin Kieffer das Einzel und das Mixed zu ermöglichen. Die Dossenheimer Damen aber dachten nicht im mindesten daran, sich der vermeintlich stärkeren Konkurrenz kampflos zu ergeben, gingen furios ins Spiel und gewannen den ersten Satz 21:19. Nach dem 2. Satz, den Lux/Burkhardt dann konzentrierter mit 13:21 für sich endschieden, schien sich die Sache zu Gunsten der favorisierten Paarung zu drehen. Doch dann ging Simone Fulle immer häufiger aggressiv in die Aufschläge ihrer Gegnerinnen und spielte stark und reaktionsschnell am Netz. Die neu zum Verein gestoßene Belgierin Lieselot De Bleekere zeigte viel Spielübersicht und verteilte die Bälle immer wieder großartig über das Feld. Somit sorgten beide mit dem 21:12 im 3. Satz für eine faustdicke Überraschung, die in der Dossenheimer Halle für große Begeisterung sorgte. Karin Kieffer setzte dann die nächsten Ausrufezeichen bei den Dossenheimer Damen. Mit viel Respekt ging sie in das Einzel gegen Corina Lux, ihr erstes in der Regionalliga. Den legte sie jedoch schnell ab, zeigte eine konzentrierte und taktisch kluge Leistung und siegte am Ende 21:17/21:17. Die ganze Euphorie nahm sie mit in das Mixed. An der Seite von Nils Feldmeyer gelang ihr ein deutliches 21:13/21:12 gegen Julian Kramer/Janina Burkhardt.

Doch die Damen alleine konnten es für die SG Dossenheim/Neckargemünd nicht richten, denn danach kam der überzeugende Auftritt der Herren der Gastmannschaft. David Kamer ließ Alan Erben keine Chance und setzte sich beeindruckend 8:21/15:21 durch. Konrad Schade zahlte in seinem Einzel gegen Simon Kramer Tribut für seine beruflich bedingten Trainingsrückstände. Er kämpfte sprichwörtlich bis zum Umfallen insbesondere im 3. Satz, musste sich aber am Ende Simon Kramer mit 21:17/11:21/14:21 beugen. Auch Chris Beutel legte alle seine Erfahrung und spielerischen Mittel in die Waagschale, aber gegen den ebenso leidenschaftlich wie sehr geschickt agierenden Sebastian Nuß musste er im 3. Satz ebenfalls die Segel streichen (21:16/20:22/13:21). Nuß zeigte besonders im zweiten Satz, als er Spielpunkte abzuwehren hatte, wirklich beindruckende Moral und ließ sich auch von der großen Unterstützung der Zuschauer für Chris Beutel nicht aus der Konzentration bringen.

Nach dem Spiel brachte es Konrad Schade auf den Punkt: „Die größere Fitness unserer Gegner war entscheidend, das muss man wirklich anerkennen. Wir hätten unseren tollen Mädels gerne mindestens ein Unentschieden geschenkt um ihre tolle Leistung zu honorieren. Das ist uns leider nicht gelungen“.

Für die Zuschauer in der Dossenheimer Jahnhalle werden zwei bemerkenswerte Begegnungen gegen großartige Mannschaften in Erinnerung bleiben. Die Verantwortlichen in Dossenheim wollen beharrlich daran arbeiten, noch mehr Leute in die Halle zu bekommen. Nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Wochenende 20./21.12, wenn der nun aktuelle Tabellenführer Friedrichshafen und Neuhausen-Nymphenburg auflaufen werden. Vielleicht macht sich Mannschaftsführer Nils Feldmeyer mit seiner Truppe dann selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk...